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Selbstverteidigung

Technische Hilfsmittel zur Selbstverteidigung:

Die im Handel frei erhältlichen Abwehrmittel bergen für Frauen und Mädchen eine große Gefahr in sich: Sie setzen ihr Vertrauen mehr in den Gegenstand als in sich selbst. Das heißt: Das eigene Sicherheitsgefühl knüpft sich an das Abwehrmittel. Dabei lassen Frauen und Mädchen allzu oft außer Acht, dass die "Körperwaffen" der klassischen Selbstverteidigung jederzeit verfügbar und viel problemloser einsetzbar sind.

Tränengas

Reizgase in Spraydosen, Schreckschusswaffen mit Tränengaspatronen und in Taschenlampen und Schlagstöcken eingebaute Sprühgeräte haben diverse Mankos gemeinsam: Zum einen ist die Reizgasmenge oft nicht ausreichend; zum zweiten spielen Windrichtung und -stärke eine nicht unerhebliche Rolle, da sich die nebelige Wirkung bei unsachgemäßer Anwendung oftmals gegen das Opfer wenden und dabei Tränenblindheit verursachen kann. Zudem ist Reizgas zum Einsatz in geschlossenen Räumen (auch: Pkw etc.) nicht geeignet.

Elektroschlagstöcke

Elektroschlagstöcke zeigen nur dann die gewünschte Wirkung, wenn beide Elektroden direkten Kontakt mit der Haut des Täters haben und gleichzeitig der Einschaltknopf gedrückt ist. Daraus ergeben sich gleich mehrere Probleme. Erstens muss das Opfer auch dem Gerät ein relativ hohes Maß an Aufmerksamkeit schenken. Zum Zweiten lässt sich ein unmittelbarer Kontakt bei dickerer Kleidung kaum erzielen. Und schließlich kann das Gerät auch gegen das Opfer selbst eingesetzt werden.

Schrillalarm

Geräte mit Gasdruckpatrone und andere akustische Selbstverteidigungs-Artikel versetzen den Angreifer zwar möglicherweise auch in Schrecken, ohne dass sie sich gegen das Opfer selbst einsetzen lassen; doch kommen Anwohner und Passanten auf derartige Signale hin erfahrungsgemäß kaum zu Hilfe.

Kleinalarmgerät

Nützlichkeit und Vorteil derartiger Geräte, die über Schnurzugkontakt usw. ausgelöst werden und dann einen Dauerton freisetzen, ist bis dato nicht abschließend geklärt. Der Vorteil: Diese Geräte können bei einem befürchteten Angriff nach Auslösung weggeworfen werden - die Möglichkeit, sich körperlich zu wehren, bleibt also bestehen. Außerdem dürfte der Dauerton den Angreifer zumindest nervös machen. Fraglich ist jedoch, ob durch den Ton auch Hilfe herbeigeholt werden kann.

Rapel "Stinktieraroma"

Rapel ist ein kleines Kunststoffröhrchen mit einer Ampulle. Unter der Kleidung (z.B. am BH direkt am Körper) getragen, wird es bei Angriffen zerdrückt, um den Angreifer durch den abstoßenden Stinktier-Geruch zu vertreiben. Viele Frauen, die diese Form der Selbstverteidigung ausprobiert haben, halten es für eine Zumutung , sich auf diese Weise präparieren zu müssen.