Senioren
Gewalt gegen Senioren
Angst. Jetzt weiß ich was das heißt ...
Senioren sind von Straftaten nicht öfter betroffen als andere Altersgruppen. Demgegenüber haben die zunehmende öffentliche Diskussion und die Aufbereitung in den Medien den Eindruck entstehen lassen, Kriminalität und insbesondere Gewalt richte sich in wachsendem Maße gegen ältere Menschen.
Dennoch sollten Straftaten gegen ältere Menschen auf keinen Fall verharmlost werden. Die Erkenntnis der Statistik nützt dem einzelnen Senior, der Opfer einer Straftat wurde, nichts. Die Angst vor den Folgen von Gewalt wiegen bei betroffenen Senioren schwerer als etwa bei jüngeren Opfern.
Dies ist auch mit ein Grund dafür, dass ältere Menschen zum Rückzug aus dem öffentlichen Leben und der damit verbundenen Isolation neigen. Diese altersbedingte Unsicherheit wird im Fall einer konkreten Opfererfahrung noch weiter verstärkt. Zu Gewalt gegen Senioren im sozialen Nahbereich kann es kommen, wenn in Obhut und Fürsorge gebende Familienmitglieder seelisch und körperlich überfordert sind. Hierbei ist zu beachten, dass die Gefährdung mit der Größe des Wohnortes steigt.
So schützen Sie sich vor Gewalt im Alter
Ob zur Vermeidung einer Gewaltstraftat oder zur Linderungen ihrer unmittelbaren oder längerfristigen Folgen: Es gibt viel, was Sie auch als älterer Mensch tun können, um der Gewalt die rote Karte zu zeigen. Generell gilt: Eine aktive Lebensgestaltung mit regen Außenkontakten schenkt Ihnen Selbstbewusstsein und schreckt andererseits potenzielle Täter von vornherein ab.
Beherzigen Sie insbesondere folgende Tipps:
So beugen Sie Gewalt vor
- Führen Sie nicht mehr Geld mit als nötig und zeigen Sie nicht, dass Sie größere Geldbeträge dabei haben. Günstig ist es größere Geldbeträge gesondert mitzuführen und nicht gemeinsam mit der Geldbörse in der Handtasche aufzubewahren
- Tätigen Sie das Abheben größerer Geldbeträge möglichst in Beratungsräumen abseits des Kassenschalters und in Gegenwart einer Person Ihres Vertrauens
- Bewahren Sie, wenn Sie das Haus verlassen, Haus- und Wohnungsschlüssel immer getrennt von Papieren und Wertsachen auf
- Führen Sie Geld, Wertsachen und wichtige Papiere unterwegs nur in verschlossenen Kleidungsinnentaschen mit - keinesfalls aber in Außentaschen, Einkaufstaschen oder Einkaufskörben
- Bezahlen Sie größere Beträge per Scheck oder per Überweisung - keinesfalls in bar
- Scheckkarte und PIN (Persönliche Identifizierungsnummer) getrennt aufbewahren; am besten PIN auswendig lernen
- Wenn überhaupt notwendig, dann tragen Sie Ihre Handtasche stets unter dem Arm oder quer über dem Körper am Schulterband auf der Fahrbahn abgewandten Seite
- Lassen Sie Handtaschen, Geldbörsen oder Wertgegenstände in Kaufhäusern oder Restaurants niemals unbeaufsichtigt liegen
- Wählen Sie Wege auf belebten Straßen und benutzen Sie nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel
- Unternehmen und erledigen Sie möglichst viele Dinge gemeinsam unter Hinzuziehung vertrauter Personen
- Ein mitgeführtes Mobiltelefon (Handy) gibt Ihnen die Möglichkeit, in kritischen Situationen die nächstgelegene Polizeidienststelle kostenfrei über den Notruf 133 zu benachrichtigen
- Nehmen Sie (soweit möglich) an Selbstbehauptungskursen für Senioren teil, welche auch von der Polizei angeboten werden
